Cotton and Capital – Le Corbusier in India, 2015

High Court I, Chandigarh, 2015, Diasec, 130 x 172 cm
 

Die Bilder der Serie »Cotton and Capital – Le Corbusier in India« sind eine Fortsetzung der Arbeit »Après une Architecture«, die vor zwei Jahren im Archiv Massiv ausgestellt wurde. Seit vier Jahren folge ich den architektonischen Spuren Le Corbusiers in Frankreich und Deutschland und zeige nun Fotografien seiner Bauten aus Indien. Der Titel »Cotton and Capital« bezieht sich auf die Funktionen der fotografierten Gebäude in den Städten Ahmedabad und Chandigarh. Für Ahmedabad entwarf Le Corbusier 1954 das Gebäude des Verbands der Baumwollspinner, das von den Bewohnern der Stadt »ATMA« genannt wird. ATMA steht zum einen für »Ahmedabad Textile Mill Owners Association« und bedeutet zum anderen die Seele im Sanskrit. Eine der bedeutenden Textilfabrikanten Indiens, die Familie Sarabhai, lies zudem von Le Cobusier eine Privatvilla entwerfen. »Capital« steht für die Stadt Chandigarh, die als neue Hauptstadt für den nordindischen Bundestaat Punjab nach den Plänen Le Corbusiers in den fünfziger Jahren errichtet wurde. Die Regierungsbauten aus farbigen Sichtbetonflächen sind mit dem Obersten Gericht (High Court), Ministerium (Secretariat) und Parlament (Assembly Hall) auch gegenwärtig, im 50. Todesjahr Le Corbusiers, ein Denkmal für den Architekten in Indien.

High Court IV, Chandigarh, 2015, Diasec, 172 x 120 cm
 
 
 
High Court V, Chandigarh, 2015, Diasec, 173 x 131 cm
 
 

ATMA I, Ahmedabad, 2015
C-Print, 54 x 40 cm

 

Après une Architecture, 2012 - 2014

Maison du Brésil, Paris, 2012
C-Print, 130 x 110 cm
 

Die Serie „Aprés une architecture“ zeigt fotografische Perspektiven der Architektur Le Corbusiers, die seine Idee des Gesamtkunstwerks wiederaufnehmen. Der Titel bezieht sich auf Le Corbusiers Publikation „Vers une Architecture“ aus dem Jahr 1923, in der er Grundfragen zur Modernität des Bauens aufwirft und mit den tradierten Ansichten der Architektur dieser Zeit bricht.
Sichtbeton, klare, geometrische Formen und farbige, polychrome Flächen stehen in den Bildern symbolhaft für die Merkmale dieser Architektur. Es stellt sich die Frage, was von den Visionen des Modernen Bauens heute, wo diese Architektur mehr als Monument denn als funktionaler Bau genutzt und bewertet wird, übrig bleibt. Die Fotografie ist hier nicht nur Dokument einer Architektur, sondern sie verwandelt die Bauten auf der Fläche des fotografischen Bildes zu einem Zeichen, dass in seiner Ästhetik malerische oder skulpturale Elemente aufweist – sie zeigt die vielseitigen Perspektiven für die Lesbarkeit von Le Corbusier´s Oeuvre in der Gegenwart.

Couvent Sainte-Marie de La Tourette, 2013
Diasec, 140 x 170 cm

 

Pavillion Suisse, Paris, 2012
40 x 30 cm
 

Die verschwundenen Bilder, 2005 - 2012

Werner Tübke
Fünf Kontinente, 1959
Öl auf Holz , 5 Diptycha, jeweils 245 × 245 cm
Interhotel Astoria, Leipzig
2006, Interhotel Astoria, Leipzig
C-Print, 90 × 140 cm

 

Für die Arbeit »Die verschwundenen Bilder« gehe ich den Spuren von Kunst aus der ehemaligen DDR nach. So fotografiere ich zum einen die Leerstellen in Räumen, an Wänden oder an Hausfassaden, die
nach dem Abnehmen oder Übermalen von Bildern entstanden sind. Zum anderen suche ich Archive und Depots auf, in denen diese Bilder mit ungewisser Zukunft, verwahrt oder auch vergessen werden. Die Titel der Fotografien verweisen durch die Erwähnung von Autor, Bildtitel, Jahr und Ort auf die »verschwundenen Bilder« und sind somit Stellvertreter für diese. So wird in den Fotografien Abwesenheit sichtbar gemacht, wobei beim Lesen der Titel eine schemenhafte Imagination des einst Dargestellten hervorgerufen wird.

Werner Tübke
Arbeiterklasse und Intelligenz, 1973
Mischtechnik auf Holz
12 Tafeln, insgesamt 270 × 1380 cm
Karl-Marx-Universität Leipzig
2006, Universität Leipzig
C-Print, 125 × 100 cm
 
 
 
Hartwig Ebersbach
Antiimperialistische Solidarität, 1977
Öl auf Sperrholz
Rauminstallation aus 15 Teilen, insgesamt 241 × 800 cm
Karl-Marx-Universität Leipzig
2003, Altenhain bei Leipzig
C-Print, 125 × 100 cm
 
 
Gerhard Richter
Lebensfreude, 1956
Wandbild, 500 × 1500 cm
Deutsches Hygiene-Museum, Dresden
2005, Deutsches Hygiene-Museum, Dresden
C-Print, 100 × 120 cm
 

 

VEB Robotron, Leipzig

 
Arno Rink, Wandbild Robotron Gebäude Leipzig, 1970, 2012
C-Print, 30 x 40 cm
 
 
Frank Ruddigkeit, Wandbild Robotron Gebäude Leipzig, 1970, 2012
C-Print, 30 x 40 cm
 
 

Gästehaus des Ministerrates der DDR, Leipzig, 2007

Gästehaus, C-Print, 24 x 18 cm
 

Das »Gästehaus am Park« zählt zu den baulichen Hinterlassenschaften der DDR. Es stellt beispielhaft die Architektur der sechziger Jahre dar, die sich heute in einem maroden, meist unansehlichen Zustand
befindet. Galt dieses Gebäude einst als eines der repräsentativsten Bauten der Stadt Leipzig, in dem Leute wie Erich Honecker, Erich Mielke und Franz Joseph Strauß verweilten, so verwahrloste es im Verlauf der neunziger Jahre zur funktionslosen Architektur. Mit dem Scheitern der Utopie eines Staates verfällt auch seine Architektur oder wird gar abgerissen. Die mehrteilige Arbeit gibt in ihrer Anordung als
Tableau den Gesamteindruck des Gästehauses wider. Der Betrachter schaut wie durch ein Loch in der Wand in jedes einzelne, gerahmte Bild hinter seiner Glasscheibe. Die Titel der Räume sind im Handsatz auf die Passepartouts gedruckt und erwecken mit Betitelungen wie Konferezsraum, Foyer und Bar Vorstellungen zur einstigen Gestalt der Räume.

 

Foyer, C-Print, 18 x 24 cm

 

Bad, C-Print, 24 x 18 cm

 

Die Kammer, Kienbaum, 2009

C-Print, 24 x 30 cm
 

„Die Kammer“ ist Teil des „Archivs verlassener Bauten“, eine Arbeit über bauliche Hinterlassenschaften der DDR, die nach der Wende ihre Funktion verloren haben. Heute befinden sich die Gebäude entweder in einem Zustand der Verwahrlosung oder, wie im Fall der Kammer, der Konservierung. Die Kammer wurde 1980 in Betrieb genommen, um Höhentraining zu simulieren. In den verschiedenen Räumen trainierten die Sportler an Laufstrecke, Rennrad und im Kanukanal. Bis zu 4000 Höhenmeter konnten sie erreichen in der luftdichten Kammer unter der Erde. Die bisher fünf verschiedenen Gebäude der Serien „Die Kammer“, „Original Wolfen“, „Gästehaus der DDR“ , „ZEHA Spezialsportschuhe Hohenleuben“ und „VEB Backwarenkombinat Saalfeld“ werden in einem fotografischen Bildarchiv vereint. Dieses Archiv ist der Versuch, sie dem gänzlichen Verlöschen aus dem kulturellen Gedächtnis zu entziehen.

 
 
C-Print, 24 x 30 cm
 
 
 
Siebdruck, 24 x 18 cm
 
 
 
C-Print, 24 x 30 cm
 
 

Bulgarische Denkmale, 2008

Rubinstern, 1953, Parteipalast Sofia
Lagerplatz am Städtischen Bad, Sofia, 2007
C-Print, 90 x 72 cm
 

Bulgarische Denkmale ist der Titel dieser Serie über Monumente und Wandbilder, die im Auftrag der Kommunistischen Partei zu Zeiten des Realsozialismus an verschiedenen Plätzen Bulgariens entstanden
sind. Ein Teil dieser Werke sind an ihren ursprünglichen Orten verblieben, andere wurden in Depots verlagert. Ähnlich der Leere auf den Fotografien der verschwundenen Bilder, die von Abwesenheit zeugen, stehen die maroden Denkmale für den Zerfall der kommunistischen Staaten Südosteuropas. Laut der Definition von Hans-Ernst Mittig und Volker Plagemann ist ein Denkmal »ein für die Dauer bestimmtes Werk, das an Personen oder Ereignisse erinnert und aus dieser Erinnerung einen Anspruch seiner Urheber, eine Lehre oder ein Appell an die Gesellschaft ableiten und historisch begründen soll«.

 

Stoju Todorow, Einheit des Kampfes für nationale und soziale Freiheit, 1975
Metall, Beton, Busludscha-Gipfel, Balkangebirge, 2007
C-Print, 72, x 90 cm
 
 
Dimo Saimov, Die Partei, 1976, Wandgemälde
2007, Parteigebäude Pernik
Dyptichon, C-Prints, je 90 x 72 cm
 
 
Depot der Nationalgalerie Sofia, 2007
C-print, 72 x 90 cm
 
 

Observer l´Espace, 2010-2012

 

Fusée, I, 2010
Diasec, 110 x 90 cm

 

Die Arbeit ›Observer l´Eespace‹ (Das All betrachten) zeigt Photographien von selbstgebauten von Modellen von Raketen. Das Weltall ist dem Menschen vor allem durch die Darstellungauf Photographien bekannt. Deshalb bleibt unser Bild vom All modellhaft und fragwürdig. Die Funktion der selbstgebauten Raketen ist ebenso rätselhaft wie der unstillbare Fortschrittsgedanke der Luft- und Raumforschung. Mit der Flut der Bilder und dem scheinbaren Wissen über den Weltraum hat auch die oft so naive Faszination des Menschen für die Bilder des Alls nachgelassen. Die Bilder der Modellraketen sind doppeldeutig – sie verweisen auf die Ironie menschlicher Entwicklung und auf die Modellhaftigkeit unseres Weltbildes.

 

Fusée, II, 2011
Daisec, 110 x 90 cm

 

Fusée, III, 2011
Diasec, 110 x 90 cm

 

Étrangers, Paris, 2010

Schwarz-weiß Fotografien, 50 x 60 cm, Text


Alle Bilder sind während meines Aufenthalts an der Cité Internationale des Arts,
einer Residenz für Künstler in Paris, entstanden. Die fotografierten Personen wohnten
und lebten mit mir zusammen in der Cité Internationale des Arts. Sie stammen aus
verschiedenen Nationen und wurden von mir über ihre Assoziation mit dem
Wort „Fremde“ befragt.