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Fotografien, 24 x 30 cm, 1 Text
Aussenansicht Im Jahr 2003 nehmen die Berliner Designer Alexander Barré und Torsten Heine die Produktion der Zeha-Turnschuhe wieder auf. Zeha war zu Zeiten der DDR eine Marke für Sportschuhe, dessen Name auf die Initialen des Firmengründers und Schuhmachermeisters Carl Häßner zurückgeht.
Der Ort Hohenleuben liegt nahe meiner Heimatstadt Greiz in Thüringen. In meiner Erinnerung sehe ich einen Neubau aus den 70er Jahren mit dem Schriftzug Zeha an der Hausfassade. Als Kind habe ich diesen Ort etliche Male auf Spaziergängen passiert, ohne zu wissen, dass hinter der Fassade Turnschuhe hergestellt wurden. Das ehemalige Zeha Werk liegt umgeben von Wald im Thüringer Mittelgebirge neben einer alten Burgruine und blieb mir immer rätselhaft. Am 21. Februar 2007 mache ich mich wieder auf den Weg nach Hohenleuben mit der Erwartung, dass das Haus schon weggerissen sein könnte – doch es steht noch. Ein Gartenzaun mit Löchern, daneben verfallende Garagen, in denen man alte Prospekte aus der Turnschuhproduktion findet.
Carl Häßner entwarf 1897 seinen ersten Sportschuh und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg das Zeha-Werk für Schuhproduktion in Hohenleuben. Von 1948 bis 1993 fertigte man hier Spezialturnschuhe. 1960 wurde Zeha-Ausstatter der DDR-Olympiamannschaft. Auf der Leipziger Messe 1965 wurde der Zeha-Schuh mit einer Goldmedaille für außergewöhnliche Leistungen im Sportschuhbereich prämiert. 1972 wurde Häßners Firma Volkseigentum und hieß VEB Spezialsportschuhe Hohenleuben. Die Schuhfabrik formierte sich zeitweise mit anderen Betrieben im Kombinat Germina – ein Name, der auf einer Vielzahl von Turnschuhen aus der DDR stand. Bis zu 120 Arbeiter stellte die Fabrik damals an. Ein großer Teil der Turnschuhe, die in Hohenleuben produziert wurden, exportierte man ins Ausland. Ende der siebziger Jahre vekaufte man sie bis nach Schweden. Nach 1989 wurde das Werk unter dem Namen »Zeha Schuhfabrik Hohenleuben GmbH« bis 1993 weitergeführt. Danach entließ man alle Angestellten. Seitdem steht es still.
Vor 2 Jahren kaufte die Immobilienfirma Rewo Immobilien aus Heilbronn das Gebäude. Nichts passierte. Auf mein Anschreiben mit einer Anfrage, das Gebäude für meine künstlerische Arbeit fotografieren zu dürfen, folgte eine kurze, ablehnende Antwort, denn man wünsche keine Publikationen über das Gebäude.
Heute sind Zeha-Turnschuhe als Retromodelle wieder in den Läden zu finden. In einem Werbeprospekt der Berliner Firma, welche die alten Modelle nun wieder unter dem Namen Zeha produziert, steht geschrieben: „Zeha Berlin Schuhe gibt es in 12 Ländern auf 3 Kontinenten in vielen designorientierten Fashion-Shops“. Im Internet kommentiert ein Unbekannter: „Hiermit möchte ich das Selbstbewusstsein der Hohenleubener erneut etwas stärken. Die Schufabrik Germina in Hohenleuben wurde nach der Wende zerschlagen, wo fast jeder 2. Hohenleubener Arbeit hatte. 2007 finde ich Schuhe aus Hohenleuben für aktuell 70,00 Euro im Internet, hergestellt in China? Hohenleubener, ihr habt ein Spitzenprodukt erzeugt und die Konkurrenz hat es weltweit auf den Markt gebracht!“ Germina Turnschuhmodelle, die bei diversen Schuhhändlern zu finden sind, tragen heute Namen wie Hohenleuben, Neuhaus, Ilmenau, Oberhof - bezeichnet nach dem Ort ihrer einstigen ihrer einstigen Produktionsstätte Auf den Turnschuhen selbst findet man keinen Hinweis darauf, wo sie hergestellt sind. Nur auf dem Karton steht ein blasses Schild: Made in Portugal.
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