Gästehaus der DDR, Berlin, 1965, 2010

16 Fotografien, 24 x 30 cm und 30 x 24 cm

»Seit 1995 ist der äußerlich schmucklose Stahlbetonskelettbau, den die DDR im Jahre 1965 für die Entourage der Staatschefs hatte bauen lassen, verwaist. Nach der Wende konnte jedermann in das einst streng abgeschirmte Haus gehen und sich im Ambiente gehobenen DDR-Standards in einem Restaurant fürstlich bewirten lassen. Die oberen Geschosse beherbergten ein Hotel, es gab Sitzungssäle, Konferenzräume und einen Kinosaal. Auch an diesem Repräsentationsbau hatte die DDR an nichts gespart. Wichtige Künstler waren für die Gestaltung zuständig, so Metallbildhauer Fritz Kühn, der Glasgestalter Richard Wilhelm und der Maler Walter Womacka, dessen Fries mit Friedenstauben rund um die Weltkugel den Charakter der Politik der DDR symbolisieren sollte. „Erde, Wasser, Feuer, Luft“ ist das Thema eines Keramikwandbildes des Künstlers. Doch das Haus mit seiner holzgetäfelten Innenausstattung verfällt systematisch seit 15 Jahren, da sich der Bund, dem es gehört, als Betreiber eines Berliner Hotels und einer Gaststätte offenbar überfordert fühlte, während das benachbarte Schloss als Eigentum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten renoviert wurde. Der Gegensatz könnte nicht größer sein: Hier das Barockschlösschen, in dem zuletzt Michael Gorbatschow, Beatrix, die Königin der Niederlande, Frankreichs Präsident Mitterand und zuvor Indira Gandhi, Fidel Castro und viele andere Staatschefs als DDR-Gäste gewohnt hatten, und keine hundert Meter entfernt ein hilflos dem Vandalismus preisgegebenes, unter Denkmalschutz stehendes Gebäude, das nun einen neuen Eigentümer gefunden hat, der mit Sorgfalt zu Werke gehen will.«

Der Tagesspiegel Berlin vom 21.02.2010

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1:Aussenansicht

1:Terrasse

1:Rezeption

2:Konferenzraum

2:Kinosaal

2:Treppenhaus

1:Gang

2:Gästezimmer

2:Gästezimmer

2:Bad

1:Küche

 

 
  (c) M. Hoppe 2008